St. Martin mal ganz anders

Der Sankt-Martins-Tag steht vor der Tür. Seit Tagen singe ich in Gedanken Martinslieder vor mich hin: „Ich geh mit meiner Laterne“, „ein Lichtermeer zu Martin Ehr“, „Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin zog die Zügel an, sein Ross stand still beim armen Mann“. Echte Ohrwürmer! Und ich frage mich, was macht dieses Fest so unverwechselbar und für mich so wichtig?

Die Geschichte des heiligen Martin kennt fast jedes Kind. Der Soldat Martin hatte Mitleid mit dem Bettler und hat seinen Mantel mit ihm geteilt. Für den Bettler ist das Leben dadurch heller und ein wenig besser geworden. Endlich ist der Bettler in ganz besonderer Weise beachtet worden. Sankt Martin begegnete der Legende nach noch am selben Abend Jesus Christus im Traum und das veränderte sein ganzes Leben. Er beendete trotz Auseinandersetzungen mit seinem Vater seinen Soldatendienst in der römischen Armee und wurde Christ. Später wurde er sogar Bischof in Tours, einer Stadt in Frankreich. Er bekannte sich zu Jesus Christus, den die Bibel „das Licht der Welt“ (zu finden im Johannes-Evangelium 8,12) nennt. Und weil Martin durch seine Haltung und stete Hilfsbereitschaft allen Menschen gegenüber selbst zum Licht geworden ist, trugen viele jährlich an seinem Todestag Lichter zu seinem Grab.

Ein sehr bekannter Martinsbrauch ist deswegen das Basteln von Laternen für den Martinszug. Kinder und Erwachsene bringen Licht in die triste, dunkle Zeit des Novembers. Gleichzeitig erzählt das Licht der Laternen die Botschaft, dass Jesus, das Licht für die ganze Welt, bei uns ist – gerade auch in dunklen Zeiten.

Rund um den 11. November finden normalerweise zahlreiche Martinszüge in den Stadtteilen unserer Pfarrei St. Joseph und anderswo statt. In diesem Jahr ist das coronabedingt leider nicht möglich. Die Botschaft des heiligen Martin soll trotzdem in den Straßen spürbar sein. Darum hier eine Einladung an Sie und euch:

Liebe Kinder, liebe Erwachsene,

stellt eine Laterne oder ein Windlicht in der Woche vom 9. bis 15. November beleuchtet ins Fenster. Natürlich darf die Laterne selbstgebastelt sein. Menschen, die durch die Straßen gehen, können eure Lichter bei Einbruch der Dunkelheit sehen. Ich bin mir sicher, das Laternenlicht zaubert ein Lächeln ins Gesicht der Vorübergehenden und bringt ein wenig Freude in diese verrückte Zeit.

Herzliche Grüße im Namen aller Seelsorger*innen

Eva Müller

 

Jeden Abend #umkurznach7 kann nach dem Entzünden des Lichts folgendes Gebet gesprochen werden:


Lieber Gott,
heute Abend stelle ich meine Laterne ins Fenster.
Draußen ist es dunkel.
Unsere Laterne strahlt hell.
Sie macht den Abend ein wenig heller.
Sie erinnert uns an den Heiligen Martin:
Er hat seinen Mantel mit einem armen Menschen geteilt.
Er hat vielen Menschen Gutes getan.
Martin hat die Welt ein wenig heller gemacht.
Gott, wir können das auch tun - die Welt ein wenig heller machen.
Hilf uns dabei.
Amen.

 

Bastelideen für Laternen sind auf der Sternsinger-Seite (einfache und aufwendige):


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