Kath. Pfarrgemeinde St. Joseph, Gelsenkirchen-Schalke
  • Geschichte der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit
  • Pfarrgemeinde

    Heiligste Dreifaltigkeit

    Gelsenkirchen-Bismarck-Ost/Haverkamp

     
    Die Gründung der Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit und ihr weiteres Schicksal ist bis heute auf das Engste mit der Industrialisierung der Emscherzone und deren Niedergang verbunden.
     
    Der Einweihung des neuen Gotteshauses am 14. November 1926 gehen bereits 25 Jahre unermüdlichen Strebens nach einer eigenen Pfarrgemeinde und Pfarrkirche voraus.
    Schon 1901 gründet man den Kirchbauverein Horst-Haverkamp. Dem folgt 1912 der Kauf eines geeigneten Grundstücks an der Magdalenenstraße. Aber erst nach dem 1. Weltkrieg übernimmt Josef Berghoff, Vikar an St. Franziskus in Bismarck, 1919 den Haverkamp als Seelsorgebezirk. Zunächst gilt es, Grundlagen für ein aktives Gemeindeleben zu schaffen. Schon ein Jahr später kann man im Saal des inzwischen an der Bickernstraße erworbenen katholischen Vereinshauses eine bescheidene Notkirche einrichten. Am 1. September 1923 wird dann offiziell Hl. Dreifaltigkeit als eigenständige Pfarrei von der Mutterkirche St. Franziskus getrennt und Josef Berghoff zu ihrem ersten Pfarrer ernannt. Sofort nimmt man den Kirchenneubau in Angriff. Ostermontag 1924 erfolgt der erste Spatenstich, am 16. November begeht man das Richtfest und ziemlich genau zwei Jahre später feiert die Gemeinde ihren ersten Gottesdienst in der neuen Kirche. Dies ist nur möglich, weil den beauftragten Fachfirmen in hohem Maße ehrenamtliches Engagement zur Seite stand. Bei aller Freude darüber darf aber nicht übersehen werden, dass enorme nun finanzielle Sorgen um das neue Gotteshaus auf der jungen Gemeinde und ihrem Pfarrer lasten, der nicht zuletzt dadurch gesundheitlich beeinträchtigt am 19. Juni 1928 stirbt.
    Sein Nachfolger Nikolaus Kaufhold, am 14. September 1928 in sein Amt eingeführt, tritt ein schweres Erbe an. Über viele Jahre gilt neben der Leitung einer in allen Bereichen aufblühenden jungen Gemeinde seine Hauptsorge der schwierigen Finanzlage um das neue Gotteshaus. Aber nicht genug damit. Die enormen Schäden an der Kirche durch die Bomben des 2. Weltkrieges verlangen jetzt den opferwilligen Gemeindemitgliedern nun nicht allein die weitere Tilgung der Altlasten, sondern zugleich beträchtliche Mittel für den Wiederaufbau ab. 1951 hat man auch dies geschafft. Langsam kann man sich anderen Bereichen intensiver widmen. Ein neuer Kindergarten nebst Pfarrheim, das Michaelshaus, entsteht an der Grünstraße neben dem katholischen Vereinshaus. Die zahlreichen Wohnungsbauaktivitäten jener Jahre rings um den Kernbereich des Haverkamps wirken sich zudem positiv auf das immer schon rege Gemeindeleben aus.
    1955 können der einen verbliebenen Glocke zwei weitere wieder hinzugefügt werden und 1958, zum Goldenen Priesterjubiläum von Pfarrer Nikolaus Kaufhold, vollendet endlich die Anschaffung einer großen Kirchenorgel den fünfundzwanzig Jahre zuvor begonnenen Kirchenbau. Kurz danach sind auch mit den neuen Kirchenfenstern die letzten Kriegsschäden beseitigt.
    Am Mittwoch der Osterwoche 1965 verstirbt nach fast zweiunddreißigjährigem erfolgreichen Wirken als Seelsorger, aber auch geschickter Hüter des Gemeindebesitzes, Pfarrer Nikolaus Kaufhold.
     
    Schon im Juli führt Prälat Lütteken Egon Röer, einen „Schalker Jungen“, wie er sich selbst gern nannte, in seinen neuen Wirkungskreis als Pfarrer ein. Zuvor Berufsschulpfarrer und engagierter Seelsorger für die Bergbaujugend, sind seine Amtsjahre vor allem von der Sorge um die Pfarrjugend und deren Förderung geprägt.
    Das zweite Vatikanische Konzil zeigt Wirkung. Eine notwendige Renovierung der Kirche wächst zum Totalumbau. Der Chorraum wird nach neuen liturgischen Ansichten völlig umgestaltet. Die bis dahin dort aufgestellte Orgel ausgebaut und auf die Orgelbühne versetzt. Der Gesamteindruck des 1969 fertiggestellten Innenraumes ist nun weit nüchterner als zuvor. Zwei neue Kindergärten werden neben der Kirche und jenseits der Bickernstraße gebaut; letzterer, um auch den nördlichen Gemeindeteil mehr einzubeziehen. In ihrer Arbeit unterstützt die Seelsorger erstmals eine Seelsorgehelferin. Neben den Verbänden tragen zahlreiche Gruppierungen ein lebendiges Gemeindeleben. Schließlich nimmt Pfarrer Röer aus Altergründen am 19. September 1982 seinen Abschied von der Gemeinde und geht in den wohlverdienten Ruhestand.
     
    Knapp einen Monat später wird Pfarrer Theo Schwens in Anwesenheit seines Vorgängers in sein neues Amt eingeführt. Bereits im Dezember des gleichen Jahres lässt er im Gedenken an den Namenspatron des zweiten Pfarrers Nikolaus Kaufhold den Nikolauszug durch die Straßen des Haverkamps wieder aufleben, eine Tradition, die seitdem nicht wieder abgebrochen ist.
    Verbände und Gruppierung bleiben weiter sehr aktiv, allein der Jugendbereich bedarf neuer Impulse. Mit der Gründung der DPSG machen Pfarrer und Jugendliche einen Neuanfang, ein bis heute zukunftsorientierter und erfolgreicher Schritt.
    Wäre da nicht die Kirche. Bauschäden an Turm und Kirchenschiff zwingen zu einer grundlegenden Renovierung. Neben der Instandsetzung des Außenbaus wird dabei der gesamte Innenbereich in einigen vormaligen Umbaubereichen korrigiert und nun wieder farbiger ausgestaltet.
    1992 nimmt Pfarrer Schwens seinen Abschied, um sich in den noch verbleibenden Berufsjahren einer Pfarrei in Bochum zu widmen.
     
    Ihm folgt Pfarrer Herbert Paul Goldmann. In einer gut aufgestellten Gemeinde kann er sich zunächst gänzlich der Seelsorge widmen, unterstützt vom Realschulpfarrer Eduard Schenuit und der langjährigen Seelsorgehelferin Luzia Theis. Nach dem für die Gemeinde unfassbaren Tod zunächst der einen, dann des anderen, unterstützt eine neue Gemeindereferentin die Arbeit des Pfarrers.
    Dann treten am Turm und im Chor der Pfarrkirche wieder Hinweise nachhaltiger Schäden auf, die leider bei der vorhergehenden Sanierung nicht dauerhaft beseitigt worden sind. Lange ziehen sich die Untersuchungen am Gebäude und die Verhandlungen mit dem Bistum hin; immerhin will man jetzt das Problem möglichst endgültig lösen. Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen, dass aufgrund des immer drückenderen Priestermangels wie auch einer zunehmend prekärer werdenden Finanzsituation das Bistum und damit auch die einzelnen Pfarrgemeinden vor tief greifenden Einschnitten und Umbrüchen stehen. Im August 2000 nimmt Pfarrer Herbert Paul Goldmann seinen Abschied, um sich künftig der Krankenhausseelsorge zu widmen.
     
    Pfarrer Georg Rücker ist nun nicht zu beneiden. Der Bischof hat ihm eine Pfarrei anvertraut, in der eine riesige Baumaßnahme ansteht und die sich auch strukturell im Umbruch befindet. Es gilt Personal einzusparen, was – offensichtlich mit Gottes Hilfe – ohne schmerzhafte Kündigungen möglich wird. Jetzt beginnt auch die sich über mehrere Jahre hinziehende Turmsanierung.
    Zudem wird der kleinere Kindergarten an der Kirche in ein von allen angenommenes Gemeindezentrum umgewandelt.
    Die Arbeiten am Außenbereich des Turmes sind gerade abgeschlossen, da kommen neue Probleme auf Pfarrer und Gemeinde zu. Einsparen allein reicht nicht mehr, jetzt müssen mehrere Gemeinden zu Großpfarreien zusammengefasst werden.
    Niemand weiß zunächst, welche Kirchen dabei aufgegeben und die zugehörigen Gemeinden anderen zugeschlagen werden. Dies lähmt durchaus sichtbar das Gemeindeleben.
    Schließlich kommt das erlösende Wort aus Essen. Die Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit bleibt in der neuen Pfarrgemeinde St. Joseph Schalke als Gemeinde erhalten. Mit neuem Mut geht es rasch an die Innenrenovierung des Chorraumes.
     
     
    Am Christkönigfest 2006, genau achtzig Jahre nach der Einweihung der Pfarrkirche, erstrahlt sie in neuem Glanz. Einige Renovierungsarbeiten im Kirchenschiff folgten, sodass nun Pfarrer wie Gemeinde hoffnungsfroh und voller Elan den sich stellenden Aufgaben in der alten Gemeinde und neuen Großpfarrei entgegen sehen.